Schon wieder das Arbeitsrecht. Aber es ist im Moment halt aktuell. Am 26. März fand im Bundestag eine Anhörung statt, die aufgrund des eines Antrages der Linken zum Thema des sogenannten “dritten Weges” – des kirchlichen Arbeitsrechtes also – stattgefunden hat. Die Linkspartei kritisiert das deutlich geringere Schutzniveau der Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen gegenüber dem ihren Kollegen im nicht-kirchlichen Bereich. In der Anhörung äusserten sich Prof. Dr. Gregor Thüsing und der Arbeitsrechtler Prof. Dr. Jacob Joussen (5 Semester katholische Theologie) als Experten positiv über den “bewährten dritten Weg”. Den ganzen Beitrag lesen »

Diskriminierung / Grafik: Jacques Tilly / nicsbloghaus
Der Fall der gekündigten Kindergartenleiterin in Rauschenbach (reliwatch Artikel v. 27.02.2012) hat nun dazu geführt, dass die Stadt Königswinter den Trägerschaftsvertrag mit der katholischen Kirche gekündigt hat. Nähers zu dieser Entwicklung findet sich im Artikel des Bonner Generalanzeigers. Aus laizistischer Sicht kann man diese Ereignisse nur begrüßen. Zeigt sich doch klar, dass die Durchsetzung vorgestriger Moralvorstellungen mittes des kirchlichen Arbeitsrechts selbst in der katholischen Provinz nicht mehr akzeptiert wird. Es zeigt sich in diesem Fall, dass eine alles andere als kichenfeindliche oder kichernferne engagierte Bürgerschaft bereit ist, Entscheidungen in Ihrem Sinne gegen die katholische Kirche durchzusetzen. Ein PR Desaster für die katholische Kirche. Die Stellungnahme des Kirchengemeindeverbandes vom 15. März dürfte die Entscheidung in Königswinter noch beflügelt haben. Dieses Dokument ist ein entlarvendes Zeugnis verblendeter Arroganz. Mit dieser Entscheidung in Königswinter ist dem bestehenden bigotten und heuchlerischen System des des kirchlichen Arbeitsrechtes zwar nicht das Genick gebrochen worden, aber sie hat eine Signalwirkung die nicht zu unterschätzen ist. Um mit Churchill zu sprechen: “Now this is not the end. It is not even the beginning of the end. But it is, perhaps, the end of the beginning.”
Ein Anfang ist gemacht.
Nachtrag v. 23.03.2012: SPON berichtet umfangreich über den Fall
Quellen: Bonner Generalanzeiger Erzbistum Köln Nics Bloghaus

Ingrid Matthäus-Maier
Auf der Seite des Vorwärts ist ein Zwischenruf der SPD Politikerin und Humanistin Ingrid Matthäus-Maier veröffentlicht worden. In diesem erneuert sie die Forderung nach dem Ende des sog. “3. Weges” und verlangt, den Arbeitnehmern in kirchlichen Unternehmen die gleichen Rechte wie ihren Kollegen in der “freien Wirtschaft” einzuräumen.
Quelle: vorwaerts.de
In meinem Artikel Skandalurteil in Österreich hatte ich mein Entsetzen darüber zum Ausdruck gebracht, dass die östereichische Justiz glaubt, den Islam mittels des Strafgesetzbuches vor Kritik schützen zu müssen während in Deutschland selbst die Bezeichnung “Kinderficker-Sekte” für die katholische Kirche straffrei durchgeht. Die christlich katholisch bewegte Schreiberin Felizitas Küble versucht nun diese Äusserung in dem Sinne zu interpretieren, dass ich das Berliner Urteil zum Schockwellenreiter kritisieren würde. Dem ist nicht so. Zu kritisieren ist hier ausschließlich das Urteil der östereichischen Justiz. In Berlin hat die Vernunft gesiegt. Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich die Wortwahl des Schockwellenreiters bei aller inhaltlichen Zustimmung meinerseits trotzdem durchaus unangebracht finde.
Am 7. Februar veröffentlichte Andrea Nahles einen Aufsatz mit dem Titel „Lassen wir die Kirche doch im Dorf“ im Feuilleton der FAZ (leider nur kostenpflichtig online verfügbar). Der Beitrag ist auch als Antwort auf den Artikel von Thomas Stamm Kulmann, ebenfalls in der FAZ, zu sehen. Frau Nahles, spätestens seit ihrem Buch „Frau, gläubig, links“ als stramme Katholikin bekannt, fabuliert dort über die Nützlichkeit der Religionen als der „normative Stachel im Fleisch der Gesellschaft“. Den ganzen Beitrag lesen »