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Matthias Matussek feiert eine literarische Messe für die katholische Kirche. Sein Ziel ist die Sprengung des publizistischen Belagerungsringes um die katholische Kirche und die essayistische Verteidigung ihrer Dogmen und Riten. Denn wahrer Glaube braucht ein Mindestmaß an Form und Ästhetik, an Tradition und Autorität, wie es nur die Kirche Roms zu bieten vermag. Seine polemische Predigt gegen zynische Atheisten, protestantische Weicheier und zwielichtige Muslime ist ein schönes Buch geworden – auch für Atheisten und Agnostiker. Für ungläubige Freigeister, die ihr Weltbild an einem religiösen Wetzstein schärfen wollen, nicht zuletzt um ihre Vorurteile zu modernisieren, lässt das „katholische Abenteuer“ keine Wünsche offen. Außer vielleicht, dass sie es einem dann doch ein wenig zu einfach macht.
Die Diözese Freiburg hat anlässlich des Papstbesuches eine mitreißende Hymne von einem Jazztröter komponieren lassen. Das Video dazu hat durchaus eine gewisse satirische Qualität aufzuweisen. Oder ist das unfreiwillige Komik? Wer weiss…
Den geschmackssicheren Gläubigen auf kath.net scheint es nicht so gut zu gefallen, die Urteile reichen von “Stümperhaft” über “Kaufhausmusik” bis zu “Erbärmlich” und “Lacherfolg”. Ein Mitklatsch- und Schunkelerfolg wird der Song wohl nicht werden, aber dafür ist der Text leicht zu behalten. Und jetzt los: Es gilt die Online Charts zu stürmen.
Stolz wird auf der Webseite des Katholikentages 2012 vermeldet, dass die Finanzierung des Events steht. Man gibt sich recht offen was die Finanzen angeht und so ist eine grobe Übersicht der eingesetzten Mittel - sinnigerweise in Form einer Torte – leicht zugänglich schon auf der Eingangsseite zu finden. Der gesamte Etat wird mit 8,5 Millionen € angegeben. Davon 1,6 Mio.€ vom Land Baden Würtemberg, 1,5 Mio.€ von der Stadt Mannheim sowie vorraussichtlich 400.000 € vom Bund. Anzuschauen ist die Torte hier. Es werden also ca. 3,5 Mio. € oder gut 41% der Kosten dieses Ereignisses aus allgemeinen Steuermitteln bestritten. Nochmal deutlich teurer kommt den Steuerzahler der evangelische Kirchentag 2011 in Dresden. Grobe Angaben zur Finanzierung des Kirchentages in finden sich hier. Der Etat wird mit 14 Mio € angegeben, wobei rund die Hälfte aus Zuschüssen der Stadt Dresden, des Freistaates Sachsen und des Bundes bestritten wird. Genaue Zahlen sind dort nicht zu finden. In dem einschlägigen Wikipedia Artikel ist von einem Landeszuschuss von 5,5 Mio€ und einem städtischen Zuschuss von 2,0 Mio. € die Rede. Da auch der Bund einen Zuschuss gewähren wird, kann davon ausgegangen werden dass die Veranstaltung zu deutlich mehr als 50% vom Steuerzahler getragen wird.
Es ist erstaunlich, wie ein wirklich nicht naiver Intellektueller wie Matthias Matussek sich mit einer Spielart des Katholizismus identifiziert, mit der Generationen größerer Geistesarbeiter als Matussek einer ist im Clinch gelegen haben. Auf SPON sind bisher zwei „Leseproben“ seines Buches „Das katholische Abenteuer“ veröffentlicht worden Nachdem ich diese mit ungläubigem Staunen gelesen hatte denke ich, dass Herr Matussek wohl nicht alle Glocken auf dem Turm hat.