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Volltreffer für die Spötter von der “Titanic”. Sie können sich über großartige PR Unterstützung aus dem Vatikan freuen. Die nicht immer geschmackssicheren Spaßvögel aus Frankfurt zeigten auf ihrem aktuellen Titelbild unter der Überschrift „Hallelujah im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden“ die Fotomontage des offensichtlich inkontinenten B16. Nicht unbedingt der subtilste Humor, aber auch nicht ganz ohne treffende Komik. Als ich letztens die “Titanic” aus meinem Briefkasten holte und grinsend das Titelbild zur Kenntnis nahm, dachte ich mir schon, dass es Anlass zu einigem Ärger geben wird. Den ganzen Beitrag lesen »
Der Besuch des Stellvertreters und besonders sein Auftritt vor dem Bundestag polarisieren. Die Gruppe der Boykotteure unter den Abgeordneten jedoch ist klein und rekrutiert sich in erster Linie aus den Reihen der Linkspartei. Diese Tatsache wird von den Papsttreuen und Frömmlern in den anderen Fraktionen genutzt, die Kritik am Auftritt Benedikts zu diskreditieren. Nun sind aber Argumente gegen diese Veranstaltung nicht automatisch deshalb zu verdammen, weil sie auch von Teilen der Abgeordneten einer Partei mit fragwürdigem Verhältnis zur freiheitlichen Demokratie genannt werden. Der Boykott der Papstrede durch Abgeordnete der SED Nachfolgeorganisation vernebelt den Blick auf die wirklichen Probleme dieses Besuches: Bendikt XVI ist der Chef einer Religionsgemeinschaft die ähnlich demokratisch verfasst ist wie weiland das Politbüro es war. Gleichzeitig ist er der Staatschef einer absolutistischen Theokratie und Vertreter einer Weltanschauung, die mit den liberalen Grundwerten unserer Gesellschaft nicht zu vereinbaren ist. Hier wird eine Büchse der Pandora geöffnet. Begrüßen wir demnächst den Dalai Lama – wie es der Abgeordnete der Grünen Ströbele gerne hätte – als Redner vor dem Plenum? Wann spricht der Chef der DITIB und wann jemand aus dem Vorstand von Jehovas Zeugen? Immer wieder wird gefordert, den Papst doch erstmal reden zu lassen und ihm zuzuhören. Dann sei immer noch Zeit, sich kritisch mit dem gesagten auseinanderzusetzen. Dem kann nur entgegnet werden: Der Papst findet immer sein Forum, und das sollte nicht der Bundestag sein. Da wird auch ohne Papst schon genug mit den Kirchen gemauschelt. Der aktuelle Streit sollte nicht darum gehen was der Papst sagt sondern wo er es sagt. Und der Bundestag sollte den Führern aller Religionen – in dieser Eigenschaft – versperrt bleiben. Über den Inhalt der Rede wird sicher auch noch zu diskutieren sein. Warten wir es ab.
Vom 22. bis zum 25. September begibt sich der Stellvertreter auf eine Deutschlandreise. Soweit so belanglos. Allerdings wird er zum Auftakt seiner Reise im Berliner Reichstagsgebäude eine Rede vor dem Bundestag halten. Haääh? Wird dann demnächst der Chef der EKD ebenfalls dort auftreten, oder irgendwelche Chef-Imame, Ayatollas oder Obermuftis? Dieser Auftritt markiert einen weiteren Tiefpunkt im Kampf um einen weltanschaulich neutralen Staat. Bei über 30.000 katholischen Kirchen in Deutschland muss der Stellvertreter also unbedingt im Reichstag predigen. Ich betrachte die geplante Papstrede im Reichstag als bewusste Provokation und gewollte Machtdemonstration seitens der katholischen Kirche. Während selbst aus der evangelischen Kirche Kritik laut wird, geht Herr Thierse von der SPD mit dem kleinkarierten herummäkeln am Papstauftritt gewohnt konstruktiv um.
Um diese Rede zu rechtfertigen wird gerne das Konstrukt bemüht, der Papst sei schließlich auch ein Staatsoberhaupt (Vatikanstadt, 0,44 km²). Nun, dann dürfen wir demnächst wohl auch die „Capitani Reggenti“ von San Marino im Bundestag begrüßen, deren Staat ist immerhin rund 40 mal größer als der Vatikan. Oder den Kofürsten von Andorra, rund 900 mal größer als das Reich des Stellvertreters. Auch der Fürst von Monaco verfügt anders als der Benedikt XVI über einen Staat von vergleichsweise imperialen Ausmaßen. Mal sehen, wann die alle eingeladen werden vor dem Bundestag zu reden und was die so zu sagen haben. Die nächsten Wochen werde ich damit verbringen, zu recherchieren wer die Lasten dieses Besuches wieder mal trägt. Noch stelle ich keine Behauptungen auf, aber ich ahne was ich finden werde….