Staat, Kirche und Sozialdemokratie: Ein Rückblick aus gegebenem Anlass
von Alvy Singer
Die SPD des Jahres 2011 ist eine erfolglose und unglückliche Partei. Aber je dunkler das Hier und Jetzt erscheint, desto heller strahlen Geschichte und Tradition. Sie geben Halt, dienen der Selbstvergewisserung und spenden Mut für eine ungewisse Zukunft. Geschichte und Tradition sind kollektive Kraftquellen. Von beidem hat die SPD reichlich. Sie blickt mit Stolz auf fast 150 Jahre Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zurück, Selbstverklärung eingeschlossen. Da war der Kampf für eine parlamentarische Demokratie und ein konsequent demokratisches Wahlrecht („One Man One Vote!“), der Widerstand gegen den Faschismus, der Kampf für die politischen, sozialen und ökonomischen Rechte der Arbeiterklasse, für die Befreiung der Frau, für Internationalismus und Frieden. Keiner der vielen Parteivorsitzenden der letzten Jahre vergaß an diese Traditionslinien zu erinnern, um eine verzagte Parteibasis wieder aufzurichten.
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Ein Nachtrag zu den SPD Laizisten: Am Montag den 9. Mai hat der SPD Vorstand erwartungsgemäss den Antrag auf die Einsetzung eines laizistischen Arbeitskreises in der SPD einstimmig abgelehnt. Auf der SPD Webseite findet sich zu diesem Vorgang nicht ein Wort.
Der Suchbegriff “Laizimus” liefert nicht eine Fundstelle. Während es im Vorstand von Kichenfunktionären nur so wimmelt, es Arbeitskreise für Christen, Homosexuelle, Senioren, Juden, Migranten und Behinderte gibt sollen sich die Laizisten nicht innerhalb der SPD organisieren dürfen. Schaut man sich auf den Seiten der Christinnen und Christen in der SPD um, so glaubt man auf einer Kirchentagsseite gelandet zu sein. Vielleicht sollte jemand den SPD Christen mal erzählen dass es schon eine CDU gibt und eine Kopie derselben sowas von überflüssig ist. Lieber SPD Vorstand, betreibt weiter euren billige anbiederei: Bloss nicht anecken. Angst vor den Kirchen, Angst vor den Stammtischen (Sarrazin), Angst vor der eigenen Geschichte. Wenn diese feige Strategie wenigstens erfolgreich wäre, aber stattdessen taumelt die SPD von einem Wahldesaster zum nächsten. Dieser Vorstand ist nicht in der Lage die SPD aus der tiefsten Krise der Nachkriegsgeschichte zu führen. Das liegt nicht an seiner Gegnerschaft zum Laizismus, aber an der berechnenden Geisteshaltung die hinter der Ablehnung des Arbeitskreises steckt.
Seit dem Jahr 2010 gibt es Bestrebungen, innerhalb der SPD einen “laizistischen Arbeitskreis” zu etablieren. Allerdings hatten die Damen und Herren die Rechnung ohne die Kirchenfunktionäre und FrömmlerInnen in der SPD gemacht. Sigmar Gabriel und Andrea Nahles bügelten die Initiative mit einem Machtwort ab. Kerstin Griese, Wolfagng Thiese und Jürgen Schmude schossen aus allen Rohren gegen die Konstituierung des AK und die Kirchen triumphieren – haben sie die Sozis doch offensichtlich im Sack. Während den Laizisten der Wind mächtig ins Gesicht bläst, tagen die Christen in der SPD mit CSU Unterstützung (Alois Glück) und den Kirchen und machen klar, dass alles so bleibt wie es ist.